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RECYTEC


LPW-BLASBERG Anlagen GmbH, Neuss

RECYTEC - Ein System zum Abblasen von Trommeln im Transportwagen
Die Verringerung der Verschleppung von Elektrolyten beim Trommelgalvanisieren ist seit vielen Jahren Gegenstand technischer Entwicklungen, um den Chemikalien- und Spülwasserverbrauch sowie die Abfallmengen zu reduzieren und Kosten zu sparen.

Das RECYTEC-System ist ein von der Firma LPW-BLASBERG Anlagen GmbH, Neuss im Rahmen eines Lizenzvertrages mit Herrn Hans Henig, Nürnberg entwickeltes Konzept zum Abblasen/ Absprühen von Behandlungstrommeln im Transportwagen, direkt über dem Behandlungsbad [1]. Mit der Abblashaube steht eine einfache, quasi an jeden Transportwagen anpaßbare Vorrichtung zur Verschleppungsminimierung zur Verfügung, die gegebenenfalls auch an bestehenden Anlagen nachgerüstet werden kann.

Funktionsweise von RECYTEC:


Am Transportwagen ist eine Abblashaube angebracht, in die die Trommel während des Heraushebens aus dem Behandlungsbad eingefahren wird. Ein schwenkbares Kammersegment schmiegt sich über einen Hebelarm luftdicht an den Trommelmantel an.

Bild RECYTEC Bild RECYTEC
Unmittelbar vor Erreichen des Endpunktes beim Heben wird ein Ventilator zugeschalten. Dadurch baut sich bereits im Luftkanal der notwendige Druck auf. Die von dem Ventilator erzeugte Luftströmung wird mittels des Luftkanals gleichmäßig über die Trommel verteilt.

Die Luftströmung verläuft diagonal nach unten zur Öffnung der nun geschlossenen Druckluftkammer. Die über die Oberfläche der Massenteile hinweg strömende Luft reißt die an den Teilen haftenden Reste der Badlösung mit sich [3].

Die abgeblasene Elektrolytlösung wird in der Originalkonzentration in das Behandlungsbad zurückgeführt.

Die Abtropfzeit der Aggregate über dem Behandlungsbad beträgt in Anlehnung an übliche Überhebezeiten 15 Sekunden. Versuche haben gezeigt, daß allein durch das Abblasen mindestens 50 % der verschleppten Elektrolytmengen wieder in das Behandlungsbad zurückgeführt werden konnten [1].

Düst man bei laufendem Gebläse kurzzeitig in den Luftkanal der Abblashaube Wasserdampf (Naßdampf mit geringem Überdruck) oder fein vernebeltes Wasser ein, so kann mit einer Wassermenge von ca. 1 Liter pro Trommel 70-90% des anhaftender Elektrolyt abgewaschen und in das Prozeßbad zurückgeführt werden [1].

Der Vorgang "Abblasen - Dampf eindüsen - Abblasen" dauert ebenfalls nicht länger als 15-20 Sekunden, so daß die üblichen Überhebezeiten beibehalten werden können.

Das eingedüste Wasser kann bei warm arbeitenden Bädern zum Ausgleich der Verdunstungsverluste dienen. Bei Bädern mit geringen Verdunstungsverlusten kann die Behandlung mit übersättigtem Wasserdampf auch in der 1. und 2. Spülstufe vorgenommen werden [1].


Praxisbeispiel:

Die Firma Verzinkerei Kriessern AG, Kriessern/Schweiz hat sich 1995 im Zuge eines Neubaus und einer geplanten Kapazitätserweiterung für den Aufbau einer neuen Doppeltrommelanlage mit dem RECYTEC-System der Firma LPW-BLASBERG Anlagen GmbH, Neuss entschieden. Die neue Anlage spart sowohl Badchemikalien und Spülwasser als auch Chemikalien und Schlamm in der Abwasserbehandlung um mindestens die Hälfte ein. Das bedeutet eine Kostensenkung von ca. 120.000 DM/Jahr. Außerdem kommt die neue Anlage mit dem Volumen der bestehenden Abwasseranlage aus. [2]

In Überschlagsrechnungen für die Chemikalienfracht hat sich gezeigt, daß beispielsweise bei der elektrolytischen Entfettung mit 100 g/l NaOH die Chemiekalienfracht bei einer Reduzierung der Verschleppung um 50 % ebenfalls um 50 % von 2540 g/h auf 1270 g/h zurückgeht. Wird zusätzlich, wie im Verfahren beschrieben, Wasserdampf eingedüst, so kann die Verschleppung insgesamt um ca. 70-90 % reduziert werden. Allein bei diesem Arbeitsgang lassen sich bei einer 70%-igen Reduzierung der Verschleppung ca. 56.300 DM/Jahr einsparen. [2]

Betrachtet man die Kostenseite in der Gesamtheit, so stehen der jährlichen Einsparung von ca. 120.000 DM Mehrkosten für die Abblastechnik von ca. 150.000 DM gegenüber. In Verbindung mit der Einsparung von Investitionskosten für eine deutlich kleinere Kreislaufanlage kann mit einer Amortisationszeit von etwa einem Jahr gerechnet werden. [2]



Literaturverzeichnis:

[1] Andreas Möbius: "Trommelgalvanisieren - technische Fortschritte" in Metalloberfläche 49 (1995) 6, S. 422-426, Carl Hanser Verlag, München

[2] "Trommelverzinken mit der neuesten Technologie - Bericht über eine neue Anlage bei der Firma Verzinkerei Kiessern AG, Kiessern/Schweiz" Sonderdruck aus Heft Nr. 3, Band 87 (1996) der Zeitschrift "Galvanotechnik", Eugen G. Leuze Verlag, Saulgau

[3] Hans Henig: "Zweiphasige Rückgewinnung von durch Tauchtrommeln ausgeschleppten Behandlungslösungen" Offenlegungsschrift DE 196 21 242 A1 vom 27.11.97

Weitere Informationen zu unseren Produkten können auf unserer Homepage http://www.lpw-anlagen.de finden.

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